Katze hat Durchfall: Ursachen, Hausmittel & Tierarzt

Katze hat Durchfall: Ursachen, Hausmittel und wann zum Tierarzt?

Durchfall bei Katzen kommt relativ häufig vor. Manchmal steckt lediglich eine ungewohnte Mahlzeit oder eine kurzfristige Verdauungsstörung dahinter. Es können aber auch Infektionen, Parasiten, Futtermittelunverträglichkeiten oder andere Erkrankungen die Ursache sein.

Für Katzenhalter stellt sich deshalb schnell die Frage: Was kann man bei Durchfall bei einer Katze selbst tun und wann sollte man zum Tierarzt?

In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Ursachen hinter Durchfall stecken können, welche Hausmittel beziehungsweise unterstützenden Maßnahmen sinnvoll sein können und bei welchen Anzeichen eine tierärztliche Abklärung wichtig ist.

Woran erkennt man Durchfall bei einer Katze?

Nicht jeder weiche Kot ist automatisch Durchfall.

Bei Durchfall ist der Kot meist deutlich weicher oder wässrig als gewöhnlich. Häufig verändert sich zusätzlich die Häufigkeit des Kotabsatzes.

Typische Anzeichen sind:

  • sehr weicher oder flüssiger Kot

  • häufiger Kotabsatz

  • ungewöhnlich große Kotmengen

  • Schleim im Kot

  • teilweise Blutbeimengungen

  • stärkerer Geruch als gewöhnlich

  • Pressen beim Kotabsatz

  • Verschmutzungen am Fell rund um den After

  • gelegentlich Bauchgeräusche oder Bauchbeschwerden

Bei manchen Katzen tritt Durchfall nur einmal auf und verschwindet schnell wieder. Hält er an oder kommen weitere Symptome hinzu, sollte die Ursache genauer abgeklärt werden.

Katze hat Durchfall: Die häufigsten Ursachen

Durchfall kann bei Katzen viele verschiedene Ursachen haben. Eine eindeutige Ursache lässt sich anhand des Kots allein häufig nicht feststellen.

1. Futterwechsel

Ein plötzlicher Wechsel des Futters gehört zu den möglichen Auslösern.

Das gilt beispielsweise, wenn:

  • eine neue Futtersorte eingeführt wurde

  • plötzlich ein anderes Protein gefüttert wird

  • die Katze ungewohnt viele Leckerlis bekommen hat

  • Essensreste angeboten wurden

  • sich die Zusammensetzung der Ernährung stark verändert hat

Eine Futterumstellung sollte deshalb möglichst schrittweise erfolgen.

2. Ungeeignetes oder verdorbenes Futter

Hat eine Katze etwas gefressen, das sie nicht verträgt, kann der Darm mit Durchfall reagieren.

Auch verdorbenes oder falsch gelagertes Futter kann Magen-Darm-Probleme verursachen.

3. Stress

Katzen reagieren teilweise empfindlich auf Veränderungen.

Mögliche Stressauslöser sind beispielsweise:

  • Umzug

  • neue Menschen im Haushalt

  • ein neues Tier

  • Veränderungen in der Wohnung

  • Tierarztbesuch

  • längere Abwesenheit des Halters

  • ungewohnte Geräusche

  • Veränderungen im Tagesablauf

Stress kann sich bei manchen Katzen auch auf die Verdauung auswirken.

4. Parasiten

Parasiten können ebenfalls Durchfall verursachen.

Dazu gehören beispielsweise verschiedene Wurmarten oder einzellige Parasiten wie Giardia.

Besonders bei wiederkehrendem oder länger anhaltendem Durchfall kann eine Untersuchung des Kots sinnvoll sein.

5. Infektionen

Bakterien, Viren oder andere Krankheitserreger können Magen-Darm-Beschwerden auslösen.

Häufig treten dann zusätzlich weitere Symptome auf, beispielsweise:

  • Erbrechen

  • Appetitlosigkeit

  • Müdigkeit

  • Fieber

  • Bauchschmerzen

6. Futtermittelunverträglichkeit

Manche Katzen reagieren empfindlich auf bestimmte Bestandteile ihres Futters.

Bei wiederkehrenden Verdauungsproblemen kann deshalb eine gezielte Abklärung der Ernährung sinnvoll sein.

Eine vermutete Futtermittelunverträglichkeit sollte allerdings nicht vorschnell angenommen werden. Andere Ursachen müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

7. Erkrankungen

Durchfall kann auch als Begleitsymptom verschiedener Erkrankungen auftreten.

Dazu können unter anderem Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der Bauchspeicheldrüse oder anderer Organe gehören.

Vor allem bei älteren Katzen oder bei wiederkehrenden Beschwerden sollte länger anhaltender Durchfall deshalb nicht einfach dauerhaft selbst behandelt werden.

Was kann man bei leichtem Durchfall selbst tun?

Wenn eine erwachsene Katze ansonsten munter wirkt, normal trinkt und keine weiteren auffälligen Symptome zeigt, kann man bei einem milden und kurzfristigen Durchfall zunächst einige unterstützende Maßnahmen beachten.

Wasser bereitstellen

Durchfall kann zu einem erhöhten Flüssigkeitsverlust führen.

Die Katze sollte deshalb jederzeit Zugang zu frischem Wasser haben.

Mehrere Wassernäpfe oder ein Trinkbrunnen können manchen Katzen dabei helfen, ausreichend zu trinken.

Futter nicht ständig wechseln

Bei akutem Durchfall ist es meist keine gute Idee, innerhalb kurzer Zeit mehrere Futtersorten auszuprobieren.

Viele unterschiedliche Futtermittel können die Situation zusätzlich unübersichtlich machen.

Besser ist eine ruhige und möglichst konstante Fütterung.

Kleine Portionen anbieten

Bei Magen-Darm-Beschwerden können kleinere Portionen sinnvoll sein.

Die Katze sollte dabei nicht einfach über längere Zeit komplett hungern.

Besonders bei Katzen ist längeres Fasten keine gute allgemeine Selbstbehandlungsstrategie.

Ruhe schaffen

Stress kann bestehende Verdauungsprobleme verschlimmern.

Ein ruhiger Rückzugsort und ein möglichst normaler Tagesablauf können deshalb hilfreich sein.

Welche Hausmittel gegen Durchfall bei Katzen gibt es?

Bei Hausmitteln ist Vorsicht angebracht.

Nicht alles, was beim Menschen gegen Durchfall verwendet wird, ist für Katzen geeignet.

Morosche Karottensuppe

Die Morosche Karottensuppe wird häufig als traditionelles Hausmittel bei Durchfall genannt.

Sie besteht im Wesentlichen aus Karotten, Wasser und etwas Salz und wird lange gekocht.

Ob sie bei einer bestimmten Katze sinnvoll ist, hängt jedoch von der individuellen Situation ab. Sie ersetzt insbesondere bei länger anhaltendem oder starkem Durchfall keine tierärztliche Untersuchung.

Schonkost

Eine vorübergehend leicht verdauliche Ernährung kann bei manchen Magen-Darm-Problemen eingesetzt werden.

Dabei sollte allerdings nicht über längere Zeit eine selbst zusammengestellte Schonkost gefüttert werden. Katzen benötigen eine bedarfsgerechte Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen.

Bei länger anhaltenden Beschwerden ist deshalb ein geeignetes tierärztliches Diätfutter beziehungsweise eine fachlich abgestimmte Ernährung sinnvoller als eine dauerhaft selbst zusammengestellte Schonkost.

Was sollte man bei Durchfall nicht machen?

Einige gut gemeinte Maßnahmen können problematisch sein.

Keine Medikamente aus der Hausapotheke geben

Medikamente für Menschen sind nicht automatisch für Katzen geeignet.

Durchfallmedikamente oder andere Arzneimittel sollten Katzen nicht ohne tierärztliche Rücksprache gegeben werden.

Nicht tagelang abwarten

Ein einmalig weicher Kot bei einer ansonsten völlig normalen erwachsenen Katze ist etwas anderes als Durchfall, der über mehrere Tage anhält.

Je länger die Beschwerden bestehen, desto wichtiger wird die Ursachenabklärung.

Nicht ständig das Futter wechseln

Mehrere Futterwechsel innerhalb kurzer Zeit machen es schwieriger festzustellen, worauf die Katze reagiert.

Keine fragwürdigen Hausmittel ausprobieren

Ätherische Öle, bestimmte Kräuter, menschliche Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente können für Katzen ungeeignet oder sogar gefährlich sein.

Katze hat Durchfall und erbricht gleichzeitig

Durchfall zusammen mit Erbrechen sollte aufmerksamer beobachtet werden als ein isolierter, leichter Durchfall.

Beide Symptome können zu einem erhöhten Flüssigkeitsverlust führen.

Besonders wichtig ist eine tierärztliche Einschätzung, wenn die Katze:

  • wiederholt erbricht

  • nichts bei sich behalten kann

  • nicht trinken möchte

  • sehr matt wirkt

  • zusätzlich Blut im Kot oder Erbrochenen hat

  • deutliche Schmerzen zeigt

Bei einem sehr jungen, alten oder bereits erkrankten Tier sollte die Schwelle für eine tierärztliche Abklärung ebenfalls niedriger sein.

Katze hat Durchfall und frisst nicht

Appetitlosigkeit zusammen mit Durchfall sollte ernst genommen werden.

Katzen sollten nicht einfach über längere Zeit zum Fasten gezwungen werden. Insbesondere wenn eine Katze über längere Zeit kaum oder gar nichts frisst, sollte die Ursache abgeklärt werden.

Bei zusätzlichem Erbrechen, starker Müdigkeit oder anderen auffälligen Symptomen ist eine zeitnahe tierärztliche Untersuchung sinnvoll.

Katze hat Blut im Durchfall

Blut im Kot sollte nicht einfach ignoriert werden.

Hellrotes Blut kann beispielsweise aus dem unteren Verdauungstrakt stammen. Sehr dunkler oder teerartiger Kot kann dagegen auf verdautes Blut hindeuten.

Die Ursache lässt sich anhand der Farbe allein jedoch nicht sicher bestimmen.

Bei deutlich blutigem, schwarzem oder teerartigem Kot sollte eine Katze tierärztlich untersucht werden.

Wie lange darf eine Katze Durchfall haben?

Das hängt unter anderem von Alter, Allgemeinzustand und Stärke der Beschwerden ab.

Ein einmaliger weicher Kot bei einer ansonsten völlig unauffälligen erwachsenen Katze ist anders zu bewerten als:

  • wiederholter wässriger Durchfall

  • Durchfall über mehrere Tage

  • Durchfall mit Erbrechen

  • Durchfall mit Blut

  • Durchfall bei einem Kitten

  • Durchfall bei einer alten Katze

  • Durchfall bei einer bereits erkrankten Katze

Hält der Durchfall an oder verschlechtert sich der Zustand der Katze, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.

Wann muss eine Katze mit Durchfall zum Tierarzt?

Eine tierärztliche Untersuchung ist besonders wichtig, wenn zusätzlich Warnzeichen auftreten.

Sofort beziehungsweise dringend abklären lassen bei:

  • starkem oder wiederholtem Durchfall

  • Blut im Kot

  • schwarzem oder teerartigem Kot

  • gleichzeitigem häufigem Erbrechen

  • deutlicher Teilnahmslosigkeit

  • starken Schmerzen

  • Kreislaufproblemen

  • deutlicher Schwäche

  • Verdacht auf Vergiftung

  • Verdacht auf verschluckten Fremdkörper

  • starkem Flüssigkeitsverlust

  • auffälliger Atem- oder Herzfrequenz

Bei Kitten, Senioren und vorerkrankten Katzen sollte Durchfall grundsätzlich besonders aufmerksam beobachtet werden.

Wie untersucht der Tierarzt eine Katze mit Durchfall?

Je nach Situation können unterschiedliche Untersuchungen infrage kommen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • allgemeine körperliche Untersuchung

  • Untersuchung des Bauches

  • Kotuntersuchung

  • Blutuntersuchung

  • Ultraschall

  • Röntgenuntersuchung

Welche Untersuchung notwendig ist, hängt von den Symptomen und vom Allgemeinzustand der Katze ab.

Eine Kotprobe kann besonders bei wiederkehrendem oder länger anhaltendem Durchfall interessant sein.

Was sollte man zum Tierarzt mitnehmen?

Wenn möglich, kann eine frische Kotprobe hilfreich sein.

Außerdem können folgende Informationen wichtig sein:

  • Seit wann besteht der Durchfall?

  • Wie häufig tritt er auf?

  • Wie sieht der Kot aus?

  • Gibt es Blut oder Schleim?

  • Frisst die Katze normal?

  • Trinkt sie normal?

  • Erbricht sie?

  • Gab es einen Futterwechsel?

  • Könnte sie etwas Ungewöhnliches gefressen haben?

  • Gab es Veränderungen im Haushalt?

  • Wann wurde zuletzt entwurmt beziehungsweise eine Kotuntersuchung durchgeführt?

Fotos des Kots können ebenfalls hilfreich sein, wenn keine Probe verfügbar ist.

Durchfall bei Katzen vorbeugen

Nicht jede Ursache lässt sich verhindern. Einige grundlegende Maßnahmen können das Risiko für Verdauungsprobleme jedoch reduzieren.

Futter langsam umstellen

Neue Futtersorten sollten möglichst schrittweise eingeführt werden.

Futter richtig lagern

Geöffnete Nassfutterpackungen sollten entsprechend den Herstellerangaben gelagert und zeitnah verfüttert werden.

Auf Hygiene achten

Futternäpfe sollten regelmäßig gereinigt werden.

Ungeeignete Lebensmittel vermeiden

Viele Lebensmittel aus dem menschlichen Speiseplan sind für Katzen ungeeignet.

Veränderungen beobachten

Wenn eine Katze regelmäßig Durchfall bekommt, sollte nicht nur das Symptom behandelt werden. Die Ursache sollte gesucht werden.

Häufige Fragen zum Thema Katzendurchfall

Was hilft schnell gegen Durchfall bei Katzen?

Bei einem milden Durchfall können Ruhe, ausreichend Wasser und eine möglichst konstante, gut verträgliche Fütterung unterstützend sein. Hält der Durchfall an oder kommen weitere Symptome hinzu, sollte die Katze tierärztlich untersucht werden.

Kann ich meiner Katze bei Durchfall Reis geben?

Reis ist für Katzen nicht grundsätzlich giftig. Er ist jedoch kein notwendiger Bestandteil der Katzenernährung und sollte nicht als alleinige Schonkost über längere Zeit gefüttert werden.

Ist Joghurt bei Katzendurchfall sinnvoll?

Joghurt ist kein allgemein empfehlenswertes Mittel gegen Durchfall bei Katzen. Viele Katzen vertragen Milchprodukte aufgrund ihres geringen Laktaseangebots nur eingeschränkt.

Soll eine Katze bei Durchfall fasten?

Ein längeres Fasten sollte bei Katzen nicht einfach auf eigene Faust durchgeführt werden. Besonders bei Katzen, die ohnehin wenig oder gar nichts fressen, sollte die Ursache abgeklärt werden.

Ist Durchfall bei Katzen gefährlich?

Durchfall kann harmlos und vorübergehend sein. Er kann aber auch auf eine Erkrankung hinweisen und bei starkem Flüssigkeitsverlust problematisch werden.

Wann ist Durchfall bei einer Katze ein Notfall?

Bei starkem Durchfall, Blut im Kot, schwarzem Kot, wiederholtem Erbrechen, starker Schwäche, deutlichen Schmerzen oder Verdacht auf Vergiftung beziehungsweise Fremdkörper sollte die Katze dringend tierärztlich beurteilt werden.

Fazit

Durchfall bei Katzen kann viele verschiedene Ursachen haben. Ein einmaliger weicher Kot ist bei einer ansonsten gesunden und munteren erwachsenen Katze nicht automatisch ein Grund zur Panik.

Wichtig sind vor allem der Allgemeinzustand der Katze, die Dauer der Beschwerden und mögliche Begleitsymptome.

Frisches Wasser, Ruhe und eine möglichst konstante Fütterung können bei einem milden, kurzfristigen Durchfall unterstützend sein. Hausmittel sollten dagegen mit Bedacht eingesetzt werden. Medikamente aus der menschlichen Hausapotheke gehören nicht ohne tierärztliche Rücksprache in den Katzennapf.

Hält der Durchfall an, kommt Erbrechen hinzu, befindet sich Blut im Kot oder wirkt die Katze krank, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.

Bei Kitten, älteren Katzen und Tieren mit Vorerkrankungen ist besondere Vorsicht angebracht.

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